Barbara Gorel
Nachgefragt...
Meine Lebensreise war stets geprägt von einer tiefen Neugier und dem Wunsch nach innerer Harmonie, Frieden und einem Gefühl des Ankommens. Schon in jungen Jahren verspürte ich den Drang, diese Werte in meinem Leben zu verwirklichen. Dieser innere Antrieb begleitete mich durch unterschiedliche Lebensphasen und motivierte mich immer wieder, neue Wege zu gehen.
Im Verlauf meines Lebens sammelte ich vielfältige Erfahrungen und absolvierte unterschiedliche Ausbildungen. Mein Weg führte mich von der Rolle der alleinerziehenden Mutter ohne abgeschlossene Berufsausbildung bis hin zur Bürokauffrau. Ein einschneidendes Erlebnis war für mich das rote Plakat im Arbeitsamt mit der Aufschrift: „Eine Frau ohne Beruf macht ihr Leben lang Männchen.“ Dieser Satz berührte mich zutiefst und wurde zum Auslöser, mein berufliches Leben grundlegend zu verändern. Angetrieben von diesem Impuls wagte ich neue Schritte und arbeitete mich schließlich zur Direktionsassistentin hoch.
Mit dem beruflichen Aufstieg wuchsen mein Drang nach Arbeit, Leistung und Anerkennung sowie das Bedürfnis, dazuzugehören. Gleichzeitig stieg die Verantwortung für meine Familie, insbesondere in Bezug auf die finanzielle Sicherheit. Diese wachsende Last wurde mit der Zeit immer schwerer und führte schließlich zu einem tiefgreifenden körperlichen und psychischen Zusammenbruch. Drei Jahre lang lebte ich mit einer Angstdepression – eine schmerzhafte Phase, die sich für mich wie die Hölle anfühlte.
Nach dieser schwierigen Phase fand ich eine neue Ausrichtung in einem Studium zur Psychotherapeutin mit Spezialisierung auf Hypnosetherapie. Überdies absolvierte ich eine Ausbildung zur Reiki-Lehrerin sowie eine Weiterbildung zum Personal Coach. Meine Leidenschaft für kreative Ausdrucksformen brachte mich zudem zur Tanz- und Ausdruckspädagogik sowie zur Kunsttherapie.
Der orientalische Tanz wurde für mich zu einer wichtigen Säule auf dem Weg zur Selbstentfaltung. Durch das Tanzen konnte ich meine oft vernachlässigte innere Weiblichkeit neu entdecken und wertschätzen. Die regelmäßigen Bühnenauftritte schufen einen wertvollen Ausgleich zwischen meiner männlichen und weiblichen Energie und führten zu mehr innerer Balance. Mit der Zeit übernahm ich die Leitung mehrerer orientalischer Tanzgruppen als Dozentin und gab mein Wissen und meine Leidenschaft weiter. Besonders erfüllend war es, gemeinsam mit den Gruppen fantasievolle Tanzshows zu gestalten, die nicht nur den kulturellen Austausch förderten, sondern auch das gemeinsame Erleben. Diese Erfahrungen stärkten mein Selbstbewusstsein und meine Verbindung zu anderen Menschen.
Auf der Suche nach innerem Gleichgewicht und persönlicher Erfüllung unternahm ich zahlreiche Reisen, die ich überwiegend allein antrat. Diese Erfahrungen ermöglichten es mir, mich selbst immer wieder neu zu entdecken und verschiedene Perspektiven kennenzulernen.
Über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren führte ich meine eigene Praxis. Nach meinem Eintritt in den Ruhestand verlagerte ich meinen Fokus verstärkt auf meine künstlerische Entwicklung und gründete vor sechs Jahren ein Künstlernetzwerk. In diesem Rahmen organisierte ich zahlreiche Kunstausstellungen in Leverkusen und Umgebung. Außerdem entstanden vier Kunstkataloge, in denen die Werke und Biografien verschiedener Künstlerinnen und Künstler vorgestellt werden.
Vor etwa zwei Jahren begann ich ein Fernstudium zur Schriftstellerin, das ich jedoch ohne Abschluss beendete. Während dieser Zeit verfasste ich meine Autobiografie, die sich auf vier Bände mit insgesamt rund 1000 Seiten erstreckt. Im vergangenen Jahr führte ich zahlreiche Interviews mit Frauen zum Thema MUT und veröffentlichte die gesammelten Geschichten in einem Taschenbuch.
Mein neues Projekt befindet sich bereits in der Startphase. Erste Kontakte wurden geknüpft, und ich bin gespannt und neugierig, wie sich das Vorhaben weiterentwickeln wird.